Begleitstudium "Problemlösekompetenz"

Shepherds
Autor/innen
Thomas Sporer, Philip Meyer und ein Community-Mitglied
Erstellt am: 24. November 2013, 14:17 Uhr
Letzte größere Änderung am: 08. Dezember 2013, 17:09 Uhr
Durchgeführt in
Initiative "Bildung durch Verantwortung" in Augsburg und Universität Augsburg in Augsburg
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Kurzbeschreibung

Studentische Initiativen, in denen sich Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammenschließen, um eine Projektidee in die Tat umzusetzen, bieten die Möglichkeit zur fachlichen und überfachlichen Kompetenzentwicklung. Mit dem Begleitstudium werden die extra-curricularen Projektinitiativen von Studierenden unterstützt und in ein Zertifikatsprogramm eingebettet, das zusätzliches Engagement und den Kompetenzerwerb der Studierenden würdigt.

Situation / Kontext

Extra-curriculares Engagement von Studierenden wird in Zeiten der eng organisierten Bachelor- und Master-Studiengänge und der Notwendigkeit im Studium bereits Praxiserfahrungen gesammelt zu haben immer schwieriger. Um Studierenden unter diesen Rahmenbedingungen weiterhin die Möglichkeit zu bieten, sich außerhalb des Fachstudiums zu engagieren, wurde an der Universität Augsburg das Begleitstudium „Problemlösekompetenz“ konzipiert.

Neben den fachwissenschaftlichen Inhalten wird der Erwerb von Schlüsselkompetenzen für die Ausbildung an Hochschulen immer wichtiger. Schlüsselkompetenzen sind situations- und inhaltsunabhängig und helfen, komplexe neue Anforderungen zu bewältigen. Die OECD fordert drei Kategorien von Schlüsselkompetenzen für das moderne Leben in einer globalen Welt, nämlich mediale, soziale und praktische Kompetenzen (vgl. Rychen & Salganik, 2003).

Aktion

Das Begleitstudium wird von der Initiative "Bildung durch Verantwortung" für die Studierenden der Universität Augsburg angeboten. Ziel des Begleitstudiums ist es, das Engagement in studentischen Praxisprojekten zu fördern, welches durch die Bachelor-Master-Umstellung immer seltener stattfindet.

Die E-Portfolio Plattform (http://www.uni-engagiert.de), auf der ein Projekttagebuch geführt wird und sich die einzelnen Projektgruppen darstellen, unterstützt Didaktik, Lehrorganisation und Öffentlichkeitsarbeit des Begleitstudiums.

Ein Teil der Punkte für das Begleitstudium kann auch in geeigneten Modulen des Fachstudiums angerechnet werden. Dies gilt für die Studiengänge Medien und Kommunikation, Global Business Management, Geographie, Philosophie, Nordamerikastudien sowie Erziehungswissenschaft. 

Die Projektarbeit nimmt im Semester rechnerisch ca. 150h (~ 6 ECTS) ein. In drei Semestern absolvieren Studierende den praktische, sozialen und wissenschaftlichen Baustein.

Praktischer Baustein

Wissenschaftlicher Baustein

Sozialer Baustein

Lernziel: Studierende sollen in diesem Modul die handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Mitarbeit in der Projektgruppe erwerben.

Beispiele: Produktentwicklung; Beratung im Bereich Bildung, Kommunikation, ; Eventmanagement

Arbeitsaufwand:
ca. 150 Stunden ~ 6 ECTS


Lernziel: Studierende sollen in diesem Modul methodische Fähigkeiten und theoretisches Wissen aus dem Studium im Projekt anwenden.

Beispiele: Konzeption von empirischen Studien; Erhebung von quantitativen und qualitativen Daten; Evaluation von Projekten; Schreiben von Artikeln und Forschungsberichten

Arbeitsaufwand:
ca. 150 Stunden ~ 6 ECTS


Lernziel: Studierende sollen erworbenes Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen an neue Projektmitglieder weitergeben.

Beispiele: Moderation / Tutoring; Organisation von Workshops; Mentoring von Projekteinsteigern; Projektmanagement

Arbeitsaufwand:
ca. 150 Stunden ~ 6 ECTS


Jedes Semester geben die Studierenden im Begleitstudium Folgendes ab:
  • eine Zielvereinbarung, die beschreibt, was für Aufgaben für das Semester im Projekt geplant sind
  • Arbeitsergebnisse, die im Projekt entstanden sind
Einmalig wird zudem abgegeben:
  • ein Probe-Reflexionsbericht nach dem ersten Semester im Projekt, auf den die Studierenden ein unbenotetes Feedback erhalten. Kriterien zur Bewertung hier.
  • ein Abschlussbericht, der die drei-semestrige Projektteilnahme reflektiert. Die Korrektur erfolgt durch verschiedene Dozierende im Studiengang. Kriterien zur Bewertung hier.
  • Anmeldung zur Abschlussprüfung. Zwischen der Abgabe des Berichts und der Prüfung muss mindestens ein Monat Zeit zur Korrektur für die Dozenten liegen.
  • Master-Studierende: Abgabe einer projektbezogenen Hausarbeit
Die mündliche Abschlussprüfung (ein Drittel der Gesamtnote) findet immer gegen Ende des Semesters statt. Anwesend sind ein Begleitstudiumkoordinator und ein Dozent aus dem Studiengang. Details werden in einer Einführungsveranstaltung kommuniziert. Ein anwesendes Projektmitglied ("Projektkoordinator") gibt zudem ein Feedback auf die Arbeitsergebnisse im Projekt (ein Drittel der Gesamtnote).

Inhaltlich besteht die Prüfung aus einer ca. 10-minütigen Präsentation der Zeit im Projekt bzw. in den Projekten. Dabei präsentieren Studierende sowohl ausgewählte Arbeitsergebnisse, als auch den Kompetenzerwerb in den verschiedenen Bausteinen. Dabei werden wichtige positive und negative Situationen im Projektverlauf reflektiert.

Bilanz

Das Begleitstudium existiert an der Universität Augsburg konstant seit 2004. Während Mittelgeber, Lehrende, Praxispartner und Studierende die Jahre über wechselten, blieb der Grundgedanke einer Förderung des überfachlichen Kompetenzerwerbs in studentischen Initiativen immer derselbe. 

Es inspirierte universitätsintern z.B. das Programm "International Projects" des Studiengangs Global Business Management, siehe http://www.wiwi.uni-augsburg.de/globalbusinessmanagement/gbm_studium/Bachelor/Studierende/projects.html

An der TU Ilmenau hatte das Augsburger Konzept des Begleitstudiums Einfluss auf das Lehrangebot "Praxiswerkstatt", siehe http://www.tu-ilmenau.de/ifmk/studium/lehrveranstaltungen/lehrveranstaltungen-wintersemester-201314/praxiswerkstatt/studentische-projekte-studentenleben-und-kultur/

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