Die Gestapo Trier in der Christophstraße 1

Shepherds
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Erstellt am: 14. Juli 2014, 21:23 Uhr
Letzte größere Änderung am: 29. November 2018, 00:29 Uhr
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Universität Trier in Trier
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Kurzbeschreibung

Auf Initiative und mit Unterstützung der Staatsanwaltschaft Trier wird die weitgehend unbekannte Geschichte der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Trier, die von 1935 bis Ende 1944 in der Christophstraße 1 untergebracht war, von einem studentischen Projekt erforscht. Das Fehlen geschlossener Aktenbestände macht es erforderlich, weit verstreute Dokumente zusammenzutragen und wie zu einem Puzzle zu vereinen. Konkret geht es um die Bearbeitung möglichst vieler Teilaspekte.

Das Projekt beschränkt sich nicht auf die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der Gestapo Trier. Mit Hilfe von Schautafeln und Broschüren sollen die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden. Ferner werden öffentliche Vorträge gehalten und Fachtagungen organisiert.

Das Projekt verfolgt ein Konzept der Nachwuchsförderung. Die Studierenden werden nicht nur in die historische Quellen- und Projektarbeit eingeführt, sondern können durch die Präsentation ihrer Forschungsergebnisse für unterschiedliche Zielgruppen zahlreiche Zusatzqualifikationen erwerben.

Seit April 2018 gibt es u.a. eine Förderung durch die DFG. Im Rahmen des von Thomas Grotum und Lutz Raphael geleiteten Projekts "Gestapo: NS-Terror vor Ort. Die Staatspolizeistelle Trier in der südlichen Rheinprovinz" entstehen zwei Dissertationen (Lena Haase: Justiz und Polizei in der NS-Zeit; Andreas Borsch: Die Staatspolizeistelle Trier. Eine moderne Organisationsgeschichte) sowie eine Studie zum Verhältnis von Gestapo und Gesellschaft.


Situation / Kontext

Jahrzehntelang galt die Geheime Staatspolizei (Gestapo) als eine allgegenwärtige, allwissende und allmächtige Institution. Dieses Bild wurde in der NS‐Zeit bewusst durch die Presse propagiert und ist von der Forschung in der Nachkriegszeit meist unkritisch übernommen worden. Lokale und regionale Studien der letzten 25 Jahre haben dagegen belegt, dass es sich um einen Mythos handelt. Ohne zahlreiche Denunziationen aus der Bevölkerung und eingesetzte V‐Leute hätte die Gestapo ihre Arbeit nicht so „erfolgreich“  erledigen können. Dies soll keinesfalls die Verbrechen, die die Gestapo zu verantworten hat, relativieren oder gar beschönigen. Vielmehr gilt es, den Fokus nicht nur auf die Gestapo selbst, sondern auch auf ihr Verhältnis zur Bevölkerung und anderen Institutionen wie z.B. der Justiz zu lenken.

Über die Tätigkeit der am 5. Mai 1933 etablierten Staatspolizeistelle Trier war bis vor einigen Jahren nur wenig bekannt, da geschlossene Aktenbestände, die Auskunft über ihre Geschichte geben könnten, nahezu vollständig fehlten. Ein Versuch, Details über die regionalen NS-Verfolgungsinstanzen im Rahmen der in den 1980er Jahren vorgelegten Trierer Stadtgeschichte zu ermitteln, scheiterten an der schlechten Quellenlage. Dass die von 1935 bis Ende 1944 in zwei Etagen des ehemaligen Reichsbahndirektions‐Gebäudes in der Christophstraße 1 untergebrachte Gestapo in vielfältiger Weise an verbrecherischen Taten beteiligt war, kann durch zahlreiche Einzelbeispiele belegt werden. Es liegen Augenzeugenberichte von Betroffenen vor, die von Misshandlungen durch die Gestapo  berichten (z.B. Willi Torgau und Orli Wald). Ferner existierte eine personelle Verbindung zum nahegelegenen SS‐Sonderlager/KZ Hinzert. Das dortige  „Vernehmungskommando“ setzte sich aus Beamten der Gestapo Trier und Luxemburg zusammen. Im Verlauf von "verschärften Vernehmungen" wurde gegenüber Häftlingen oft auch Gewalt eingesetzt, um Geständnisse zu erzwingen. Dass die Gestapo Trier als Dreh‐ und Angelpunkt für das Lager in Hinzert diente, belegt ein weiteres Ereignis. Am 16.10.1941 holte die Gestapo Trier 70 sowjetische Kriegsgefangene eines Arbeitskommandos auf dem Truppenübungsplatz Baumholder ab, um sie nach Hinzert zu bringen, wo sie sofort mittels Injektion einer Zyankalilösung ermordet worden sind. 

Wie diese kurze Auflistung andeutet, ist die Erforschung der Geschichte der Gestapo Trier wie ein Puzzle angelegt, das zwangsläufig unvollständig bleiben wird. Systematische Recherchen haben Hinweise auf zahlreiche interessante Quellenbestände ergeben, die es auszuwerten gilt. Im Frühjahr 2015, fast 70 Jahre nach Kriegsende, sind zudem in Frankreich umfangreiche Akten der Gestapo Trier aufgetaucht. Sie gehören zu einem Bestand mit Dokumenten, die die Alliierten ab 1945 in Deutschland beschlagnahmt haben. Nun lagern sie im Service historique de la Défense (SHD) in Vincennes, dem Militärarchiv des Französischen Verteidigungsministeriums, und sollen der Forschung möglichst schnell zugänglich gemacht werden. Zwei bisher geordnete Teilbestände umfassen mehr als 3.500 Ermittlungsakten der Gestapo Trier (ca. 20 lfd. Regalmeter). Mit Unterstützung des Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP), das als zentraler Akteur vor Ort Forschungs- und Vermittlungsfunktionen im deutsch-französischen Austausch wahrnimmt, wird seit Sommer 2015 an der Erschließung der Akten im SHD in Vincennes gearbeitet.

Insgesamt konnten im Rahmen des Projekts von Januar 2012 bis August 2018 Akten im Umfang von weit über 1.000.000 Blatt aus über 40 Archiven weltweit zusammengetragen werden.


Aktion

Das Projektteam bestand von Januar 2012 bis März 2013 aus 8 Studierenden. In der Zwischenzeit (August 2018) hat sich die Gruppe auf 31 Studierende (inkl. Absolvent/inn/en) ausgeweitet.

Die Bearbeitung der Teilthemen erfolgt im Rahmen von universitären Abschlussarbeiten (Staatsexamen, Magister, Master). Bisher liegen folgende Arbeiten vor:
  • Johanna Gouverneur: Überwachung im Zeichen von Niederlage und Zusammenbruch: Die V-Leute der Gestapo in Trier 1943-45, Staatsexamensarbeit 2012.
  • Matthias Klein: "Ganz Deutschland hört den Führer"? - "Rundfunkverbrecher" vor den Sondergerichten in Trier, Magisterarbeit 2012.
  • Sebastian Heuft: Das Trierer Paulinusblatt im Nationalsozialismus - Zwischen Resistenz und Systemkonformität, Magisterarbeit 2013.
  • Katharina Müller: Allgegenwärtig? Die Geheime Staatspolizei und das SS-Sonderlager/KZ Hinzert, Magisterarbeit 2013.
  • Jill Steinmetz: "Die Wahrheit steht noch über dem Recht"? - Verlauf und Verteidigungsstrategien im Prozess gegen Gestapo-Beamte vor dem Gerichtshof für Kriegsverbrechen im Großherzogtum Luxemburg, Masterarbeit 2013.
  • Viktoria Bach: Karriere in der Gestapo. Biographische Studien zu einem Trierer Gestapo-Mitglied, Staatsexamensarbeit 2014.
  • Anke Schwebach: "Von der Jugend hängt die Zukunft des deutschen Volkes ab". Katholische Jugendliche im Raum Trier zwischen Anpassung, Unterdrückung und Widerstand (1933-1939), Masterarbeit 2014.
  • Felix Klormann: Das "Wiedereindeutschungsverfahren" - "Eindeutschungs-Polen" im SS-Sonderlager/KZ Hinzert, Magisterarbeit 2014.
  • Maike Vaas: "Die KPD lebt"? Verbreitung und Bekämpfung kommunistischer Propaganda im Raum Trier, 1933-1939, Masterarbeit 2014.
  • Gwendolyn Kloppenburg: Gezeichnet vom NS-Regime. Biographische Studien zu Trierer Kommunisten der Zwischenkriegszeit, Staatsexamensarbeit 2014.
  • Viktoria Franz: Die nationalsozialistische Erziehungsanstalt St. Wendel. Eine priivilegierte oder eine instrumentalisierte Elite? Masterarbeit 2014.
  • Martin Spira: Die Tagesrapporte der Gestapo Trier 1939 bis 1942, Masterarbeit 2015.
  • Jana Nieuwenhuizen: Die Massenhinrichtungen von 20 Streikteilnehmern (1942) und 23 Widerstandkämpfern (1944) aus Luxemburg im SS-Sonderlager/KZ Hinzert, Masterarbeit 2015.
  • Frederik Rollié: Landwirtschaft und ländliche Bevölkerung im Spiegel der Trierer Gestapo-Lageberichterstattung (1934-1936), Masterarbeit 2015.
  • Max Heumüller: Politische Gegner im Visier der Gestapo. Die Überwachung der Kommunisten in Trier im Spiegel der Lageberichterstattung (1934-1936), Masterarbeit 2015.
  • Hannes Brogmus: Die Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bürger Triers 1933 bis 1938, Magisterarbeit 2016.
  • Justus Jochmann: Abwehr. Die Abteilung III der Staatspolizeistelle Trier, Magisterarbeit 2016.
  • Felix Knecht: „Todesstrafe für Ueberfall bei Verdunklung“. Das Verfahren gegen Josef Baumann vor dem Sondergericht Trier, Masterarbeit 2017.
  • Vincent Benter: Die Schutzhaft als Instrument der Machtdurchsetzung im Bezirk Trier. Die Kooperation von kommunaler Verwaltung, Staatspolizeistelle und Justiz, Masterarbeit 2017.
  • Ksenia Stähle: Gefährliche Rückkehrer? Fremdenlegionäre im Visier der Staatspolizeistelle Trier, Masterarbeit 2018.
  • Laura Bold: "Mit Judenangelegenheiten habe ich nie etwas zu tun gehabt." Die Selbstdeutung von NS-Tätern in den Vorermittlungen wegen der Judendeportationen aus Luxemburg (1967-70), Masterarbeit 2018.
  • Mario Lončar: Widerstand - Protest - Verweigerung - Nonkonformität. Konfessionell motivierte Konflikte im Kreis St. Wendel, Masterarbeit 2018.
  • Fabian Schwarz: Heinrich Welsch und die verhinderte KZ-"Verschubung" Robert Schumans, Masterarbeit 2018.
  • Laura Bingert: Zwischen Koexistenz und Eingliederung. Der Umgang mit katholischen Jugendorganisationen im Bistum Trier zwischen 1933 und 1935, Masterarbeit 2018.

In Vorbereitung / Arbeit (Arbeitstitel):

  • Patrick Weiß: Vertrauens- und Gewährspersonen der Gestapo Trier in der Spätphase des NS-Regimes. Sozialprofil und Einsatzfelder, Masterarbeit.
  • Franziska Leitzgen: Die Trierer Oberbürgermeister während der NS-Zeit: Ludwig Christ (1933/34-38) und Konrad Gorges (1938-45), Masterarbeit.

Thematisch angelehnt, aber nicht im Rahmen des Projektes sind folgende Arbeiten entstanden:

  • Benjamin Koerfer: Die Deportation der Juden aus Trier ins Getto nach Litzmannstadt.
    Eine quantitative Analyse der Opfergruppe und Einordnung in den Prozess der Vernichtung der europäischen Juden, Masterarbeit 2015 (Betreuer: Lutz Raphael/Christian Jansen; veröffentlicht: Saarbrücken 2016).
  • Andreas Borsch: "Arisierung" in der Vulkaneifel. Analyse zur wirtschaftlichen Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung zwischen 1933 und 1939, Magisterarbeit 2016 (Betreuer: Lutz Raphael).
Schaltstelle für den Austausch und die gemeinsamen Arbeiten ist ein regelmäßig stattfindendes Kolloquium, das von der Universität Trier im Herbst 2013 mit dem erstmals vergebenen Lehrpreis ausgezeichnet worden ist.

Das Projekt wird vom Freundeskreis Trierer Universität e.V., von der Nikolaus Koch Stiftung, dem Forschungszentrum Europa, der Gleichstellungsbeauftragten des Fachbereichs III der Universität Trier, dem Präsidium der Universität Trier, dem Deutschen Historischen Institut Paris (DHIP) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.







Bilanz

Das studentische Forschungsprojekt schließt eine Lücke in der lokalen NS-Forschung und hat bereits eine Vielzahl von weiteren Aktivitäten nach sich gezogen. Neben fünf Fachtagungen in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert im März 2013, im Mai 2014, im März 2016, im März 2017 sowie im März 2018 und einer Präsentation in der Trierer Innenstadt (City Campus. Trier lange Nacht der Wissenschaften am 28.9.2012) verfolgen die beteiligten Studierenden folgende Ziele: 

  • Vortragsreihe zur Geschichte der Gestapo Trier im Stadtmuseum Simeonstift (Trier) 2015/16 (sonntags, 11:30 Uhr) und 2017 (dienstags, 19:00 Uhr).
    • 25. Januar 2015 Thomas Grotum: Die Trierer Gestapo in der Christophstraße 1. Projektüberblick und historische Einführung
    • 15. Februar 2015 Matthias Klein: "Ganz Deutschland hört den Führer"? - Das Abhören ausländischer Sender im Raum Trier
    • 15. März 2015 Katharina Klasen: Zwischen Organisation und Folter - Die verbrecherischen Machenschaften der Geheimen Staatspolizei im SS-Sonderlager/KZ Hinzert
    • 19. April 2015 Maike Vaas: "Die KPD lebt"? - Verbreitung und Bekämpfung kommunistischer Propaganda im Raum Trier (1933-1939)
    • 17. Mai 2015 Gwendolyn Kloppenburg: Die Familie Torgau als Teil des kommunistischen Widerstandes in Trier
    • 21. Juni 2015 Felix Klormann: Das "Wiedereindeutschungsverfahren" im SS-Sonderlager/KZ Hinzert
    • 26. Juli 2015 Anke Schwebach: Katholische Jugendliche im Raum Trier zwischen Anpassung, Unterdrückung und Verweigerung (1933-1939)
    • 20. September 2015 Juliane Tatarinov: "Die Bekämpfung des Zigeunerunwesens" in der Weimarer Republik im Raum Trier - Perspektiven von Polizei und Betroffenen
    • 25. Oktober 2015 Jill Steinmetz: Der Prozess gegen Gestapo-Beamte vor dem Gerichtshof für Kriegsverbrechen im Großherzogtum Luxemburg
    • 13. Dezember 2015 Matthias Klein: NS-"Rassenhygiene" im Raum Trier. Die Zwangssterilisation von Kindern und Jugendlichen des St. Josephsheims in Föhren
    • 24. Januar 2016 Lena Haase: Das Frauenstraflager Flußbach (bei Wittlich)
    • 28. Februar 2016 Maximilian Heumüller: „Die Gestapo war nicht allein...“ – Überwachung und Verfolgung  politischer Gegner (1934-1936)
    • 20. März 2016 Peter Hammerschmidt: Die Nachkriegskarriere des "Schlächters von Lyon". Klaus Barbie und die westlichen Geheimdienste
    • 4. Juli 2017 Felix Knecht: Todesurteil wegen versuchten Handtaschendiebstahls im Jahr 1939 - Josef Baumann vor dem Sondergericht Trier
    • 20. August 2017 Ksenia Stähle: Gefährliche Rückkehrer? Fremdenlegionäre im Visier der Staatspolizeistelle Trier
    • 12. September 2017 Andreas Borsch: Die wirtschaftliche Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung in der Vulkaneifel
    • 24. Oktober 2017 Vincent Benter: Schutzhaft. Das Instrument der Gegnerbekämpfung und Machtdurchsetzung im Raum Trier (1933-1935)
    • 7. November 2017 Justus Jochmann: Die Gestapo an der Grenze. Das nachrichtendienstliche und das grenzpolizeiliche Tätigkeitsfeld
    • 21. November 2017 Laura Bold: "Das Verfahren ist [...] einzustellen". Die Vorermittlungen wegen der Judendeportationen aus Luxemburg (1967-1969)
    • 12. Dezember 2017 Lena Haase: Die Gestapo Trier. Eine Abriss der Geschichte anhand der überlieferten Quellen
    • 23. Januar 2018 Thomas Grotum: Der Quellenfund im französischen Militärarchiv. Einblicke in die Verfolgungstätigkeit der Staatspolizeistelle Trier
    • 20. März 2018 Franziska Leitzgen: „Ich habe niemanden […] unsittlich angefasst“. Ein Fall staatsanwaltlicher und polizeilicher Ermittlungsarbeit auf der Grundlage von § 175 RStGB
    • 24. April 2018 Matthias Klein: „Erbkranke“ Staatsfeinde? Zwangssterilisierte im Fokus der Gestapo Trier
    • 8. Mai 2018 Mario Lončar: Widerstand - Protest - Verweigerung - Nonkonformität. Konfessionell motivierte Konflikte im Kreis St. Wendel
    • 29. Mai 2018 Ksenia Stähle: Fotografieren verboten. Die Überwachung des Sicherungsbereichs durch die Staatspolizeistelle Trier
    • 19. Juni 2018 Lena Haase: „[…] über Nacht zu Heuchlern geworden.“ Ermittlungen der Gestapo Trier gegen ehemalige Separatisten
  • Ausstellung "Gestapo-Terror in Luxemburg. Verwaltung - Überwachung - Unterdrückung" im Musée national de la Résistance in Esch‐sur‐Alzette in Kooperation mit dem Centre de documentation et de recherche sur la Résistance in Luxemburg und dem Verein NS-Familien-Geschichte: hinterfragen - erforschen - aufklären e.V (17.10.2015 - 08.05.2016).
  • Die Ausstellung "Gestapo-Terror in Luxemburg. Verwaltung - Überwachung - Unterdrückung" wird vom 9. Januar bis 13. Februar 2017 in der Volkshochschule (vhs) Trier und vom 15. Februar bis zum 15. April 2017 in der Universitätsbibliothek Trier gezeigt.
  • Gemeinsames Kolloquium der Universitäten Bonn (Helmut Rönz: Widerstand im Rheinland 1933-1945) und Trier (Thomas Grotum: Projekt zur Geschichte der Gestapo Trier) am 10. Dezember 2016 in Schleiden (Vogelsang IP).
  • Broschüre mit didaktischen Handreichungen zur Geschichte der Staatspolizeistelle Trier (in Planung).
  • Präsentation des Projekts im Rahmen der Veranstaltung "City Campus trifft Illuminale 2017" am 29. September 2017 in der Trierer Innenstadt.
  • Workshop "Juristen, Polizisten und Historiker im Gespräch: Politische Justiz in Trier während der NS-Zeit". Eine Veranstaltung des Forschungsprojekts "Die Gestapo Trier" der Universität Trier und der Staatsanwaltschaft Trier am 16. November 2017.

Am 12. November 2014 hat in der Christophstraße 1 eine Veranstaltung stattgefunden, in deren Rahmen eine Gedenktafel am Gebäude enthüllt und eine Ausstellung mit insgesamt 14 Schautafeln im Gebäude (Foyer und Treppenaufgang) eröffnet wurde. Die Ausstellung wird bis auf Weiteres im öffentlich zugänglichen Teil des Gebäudes gezeigt und durch eine Broschüre dokumentiert. An der Vorbereitung und Umsetzung dieses Zwischenergebnisses haben mehrere Mieter der Christophstraße 1 (Staatsanwaltschaft Trier, Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien Trier, Kinder-, Jugend- und Familienberatung Palais e.V. und 3null7 - Agentur für kreative Kommunikation) mitgewirkt.

Zahlreiche Zeitungsartikel, Radiobeiträge und eine Fernsehbericht haben über den Fortschritt des Projekts informiert (siehe Projekt-Homepage).

Veröffentlichungen:
  • Tobias Trexler: Die Gestapo Trier in der Christophstraße 1. Studentisches Forschungsprojekt zur NS-Geschichte, in: Unijournal 39 (2013), H. 2, S. 44-45. 
  • Forschungsbericht: Jill Steinmetz. "Die Wahrheit steht noch über dem Recht"? - Verlauf und Verteidigungsstrategien im Prozess gegen Gestapo-Beamte vor dem Gerichtshof für Kriegsverbrechen im Großherzogtum Luxemburg (1949 bis 1951), Masterarbeit in Geschichte, Universität Trier 2013; Betreuer: Dr. Thomas Grotum, in: Hémecht. Zeitschrift für Luxemburger Geschichte. transnational, lokal, interdisziplinär 65 (2013), H. 3, S. 341-344.
  • Sebastian Heuft: Die Trierer Gestapo als Presselenkungsorgan der Nationalsozialisten, in: Neues Trierisches Jahrbuch 53 (2013), S. 69-82.
  • Forschungsbericht: Katharina Klasen. Allgegenwärtig? Die Geheime Staatspolizei und das SS-Sonderlager/KZ Hinzert, Magisterarbeit im Fach Geschichte, Universität Trier 2013; Betreuer: Dr. Thomas Grotum, in: Hémecht. Zeitschrift für Luxemburger Geschichte. transnational, lokal, interdisziplinär 66 (2014), H. 2, S. 224-228.
  • Thomas Grotum (Hg.): Die Gestapo Trier in der Christophstraße 1 - Eine Ausstellung, Trier 2014.
  • Jill Steinmetz: "Die Wahrheit steht noch über dem Recht"? Die Verteidigungsstrategie von Dr. Max Rau im Prozess gegen Gestapo-Beamte vor dem Gerichtshof für Kriegsverbrechen im Großherzogtum Luxemburg (1949-1951), in: Kurtrierisches Jahrbuch 54 (2014), S. 379-397.
  • Gestapo-Terror in Luxemburg. Verwaltung, Überwachung, Unterdrückung / La terreur de la Gestapo au Luxembourg. Administration, surveillance, répression, Ausstellungskatalog Musée national de la Résistance Esch-sur-Alzette, mit Texten von Paul Dostert, Thomas Grotum, Katharina Klasen, Roland Laich, Katrin Raabe, Frank Schroeder, Jill Steinmetz und Daniel Thilman (Musée national de la Résistance, Bd. 5). Luxemburg 2015.
  • Thomas Grotum/Lena Haase: Die Trierer Gestapo in der Christophstraße 1, in: Unsere Archive. Mitteilungen aus den rheinland-pfälzischen und saarländischen Archiven 60 (2015), S. 43-44.
  • Interview mit Thomas Grotum: "Die Gestapo war auf die Informationen aus der Bevölkerung angewiesen", in: Einblicke in die Trierer Gestapo (Sonderausgabe der Zeitschrift Grenzwertig), Trier 2015, S. 24-26.
  • Thomas Grotum: Schritt für Schritt ins Paradies? Anforderungen an Archivportale aus der Sicht eines Historikers, in: Irmgard Christa Becker u.a. (Hg.): Netz werken. Das Archivportal-D und andere Portale als Chance für Archive und Nutzung. Beiträge zum 19. Archivwissenschaftlichen Kolloquium der Archivschule Marburg (Veröffentlichungen der Archivschule Marburg, Nr. 61), Marburg 2015, S. 251-268.
  • Katharina Klasen: Allgegenwärtig? Die Geheime Staatspolizei und das SS-Sonderlager/KZ Hinzert (Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz, Bd. 13), Mainz/Hinzert 2015
  • Thomas Grotum: Rezension zu: Dams, Carsten/Stolle, Michael: The Gestapo. Power and Terror in the Third Reich, Oxford (Oxford University Press) 2014, in: Francia-Recensio 2016/1, 19.-21. Jahrhundert - Époque contemporaine, <http://www.perspectivia.net/publikationen/francia/francia-recensio/2016-1/zg/dams_grotum> (12.04.2016).
  • Ein Glücksfall für die Gestapo-Forschung. Eine Entdeckung im französischen Militärarchiv in Vincennes öffnet Trierer Historikern neue Horizonte, in: Unijournal 42 (2016), Heft 1, S. 24-25.
  • Lena Haase: Verurteilt um zu Verschwinden. "Nacht-und-Nebel"-Häftlinge in der Großregion Trier (1942-1944), in: Kurtrierisches Jahrbuch 56 (2016), S. 289-320.
  • Lena Haase: Rezension zu: Schmitt-Koelzer, Wolfgang: Bau der "Reichsautobahn" in der Eifel (1939-1941/42). Eine Regionalstudie zur Zwangsarbeit, Berlin (Pro Business) 2016, in: Kurtrierisches Jahrbuch 56 (2016), S. 391-393.
  • Thomas Grotum/Lena Haase/Ksenia Stähle: Une Ville Frontière à l'Heure de la Gestapo, in: Historia, Numéro Spécial: Les Archives Secrètes de la Seconde Guerre Mondiale, Janvier/Février 2017, S. 58-61.
  • Thomas Grotum: Die Ermittlungsakten der Geheimen Staatspolizei Neustadt a.d.W. Ein außergewöhnlicher Quellenbestand im Landesarchiv Speyer, in: Walter Rummel (Hg.): 200 Jahre Landesarchiv Speyer. Erinnerungsort pfälzischer, rheinhessischer und deutscher Geschichte, 1817-2017 (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Bd. 122), Koblenz 2017, S. 111-114.
  • Jill Steinmetz: Nachkriegsprozesse gegen Gestapo-Beamte vor dem Gerichtshof für Kriegsverbrechen in Luxemburg (1949-1951), in: Portal Rheinische Geschichte, http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/themen/Das %20Rheinland%20im%2020.%20Jahrhundert/Seiten/Nachkriegsprozesse.aspx (18.4.2017).
  • Thomas Grotum: Le "Standgericht" au Luxembourg / Das Standgericht in Luxemburg, in: Musée national de la Résistance Esch-sur-Alzette (Hg.): "Generalstreik". Streikbewegung in Luxemburg, August - September 1942, im Rahmen des 75. Jahrestages des Streiks / "Grève générale". Mouvements de grève au Luxembourg, août - septembre 1942, à l'occasion du 75e anniversaire de la Grève (Musée national de la Résistance, Bd. 10). Luxembourg 2017, S. 76-85.
  • Lena Haase: Rezension zu: Hammerschmidt, Peter: Deckname Adler. Klaus Barbie und die westlichen Geheimdienste. Frankfurt am Main (Fischer) 2014, in: Kurtrierisches Jahrbuch 57 (2017), S. 497-500.
  • Thomas Grotum (Hg.): Die Gestapo Trier. Beiträge zur Geschichte einer regionalen Verfolgungsbehörde (Gestapo - Herrschaft - Terror. Studien zum nationalsozialistischen Sicherheitsapparat, Bd. 1), Köln/Weimar/ Wien 2018.[Inhaltsverzeichnis]
  • Lena Haase: Inventaire numérique détaillé. GR 28 P 8: Archives de la Gestapo Trèves (Service historique de la Défense. Département des fonds d'archives Division défense), Vincennes 2018.
  • Thomas Grotum/Lena Haase: "Aller Dienst an der Grenze ist staatspolizeilicher Dienst". Ein deutsch-französisches Kooperationsprojekt zur Erschließung der Personenakten der Gestapo Trier im Service historique de la Défense, Vincennes", in: Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte 45 (2018), S. 293-323.

Kontakt
Projekt "Gestapo Trier"
Neuere und Neueste Geschichte
Universität Trier
D-54286 Trier

eMail: gestapo-projekt@uni-trier.de

Homepage: https://www.uni-trier.de/index.php?id=54259

Facebook: https://www.facebook.com/forschungsprojekt.trier




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