Buddeln und Bilden

Shepherds
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Erstellt am: 03. Juni 2014, 13:24 Uhr
Letzte größere Änderung am: 29. Juli 2018, 23:02 Uhr
Durchgeführt in
Universität Trier in Trier und Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm in Saarbrücken in Saarbrücken
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Kurzbeschreibung

"Buddeln und Bilden" - das war das Motto eines Workcamps auf dem Gelände der Gedenkstätte "Gestapo-Lager Neue Bremm" in Saarbrücken. 130 junge Menschen waren am 4. Mai 2013 zusammengekommen, um das Gelände zu pflegen und gleichzeitig etwas über die Geschichte dieses Ortes zu erfahren, an dem im Zeitraum von 1943 bis 1945 insgesamt etwas 20.000 Menschen inhaftiert waren. Organisator des Workcamps war - wie in den Jahren zuvor - der Landesjugendring Saar e.V. Als Besonderheit hatten sich in diesem Jahr Studierende des Fachs Geschichte der Universität Trier im Rahmen eines Projektseminars Gedanken gemacht, wie eine altersgerechte Informationsvermittlung noch anschaulicher als bisher aussehen könnte.

Die erfolgreiche Umsetzung des Konzepts im Mai 2013 hat dazu geführt, dass die Studierenden des Fachs Geschichte der Universität Trier sich am 3. Mai 2014 erneut an dem Workcamp in Saarbrücken beteiligt haben. 150 Jugendliche waren vor Ort.

Am 9. Mai 2015 waren Studierende des Fachs Geschichte der Universität Trier zum dritten Mal dabei. Diesmal waren etwa 150 junge Menschen dabei. Neu waren zwei Kreativ-Stationen: Zum einen stand die NS-Geschichte der beteiligten Jugendverbände (Rotes Kreuz, Feuerwehr, THW, kirchliche Jugend etc.) im Fokus. Ergebnis war eine Collage. Zum anderen wurde auf dem Gedenkstättegelände ein Blumenbeet mit einem Gedenkstein ("Nie wieder") angelegt. Dort fand im Anschluss an das Workcamp eine Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des Kriegsendes statt.

Auch 2016 und 2017 wurde das Workcamp mit Unterstützung von Studierenden des Fachs Geschichte der Universität Trier durchgeführt.

Am 5. Mai 2018 fand erstmals ein interregionaler Workshop "Buddeln und Bilden" statt, an dem Jugendliche aus dem Saarland, aus Frankreich und aus Luxemburg teilnehmen konnten. Weitere Informationen (Flyer, Anmeldung etc.) unter https://www.uni-trier.de/index.php?id=48083 oder auf Facebook (https://www.facebook.com/events/252802988588096/).

Seit 2017 wird das Workcamp auch durch die Fachdidaktik unterstützt und so Studierenden eine außerschulische Vermittlung historischen Wissens geboten.


Situation / Kontext

Das durch Rieke Eulenstein, Masterstudentin des Fachs Geschichte und Vorstandsmitglied des Landesjugendrings Saar, angeregte und von Dr. Thomas Grotum geleitete Projektseminar "Buddeln und Bilden" verlangte von den Studierenden ein besonderes Maß an Engagement. Da der Zeitpunkt des Workscamps - der erste Samstag im Mai - gesetzt war, begann diese Lehrveranstaltung des Sommersemesters 2013 bereits im Dezember 2012 mit einer Einführungssitzung. Die Kommunikation zwischen der Teilnehmer/innen verlief in den Folgemonaten auf vielfältige Art und Weise. Neben regelmäßigen Treffen aller Beteiligten gab es zahlreiche Zusammenkünfte von Kleingruppen in jeweils unterschiedlicher Zusammensetzung. Deren Ergebnisse wurden wiederum über ein Diskussionsforum und den Web-Synchronisationsdienst "Dropbox" ausgetauscht, um zu garantieren, dass alle Beteiligten Zugriff auf den aktuellen Stand haben. Darüber hinaus konnte so bis wenige Stunden vor Beginn des Workcamps an der Umsetzung gearbeitet werden.

Aktion

Während einer Tagesexkursion im Januar 2013 informierten sich die Teilnehmer über die Örtlichkeiten, diskutierten mit Vertretern des Organisators und sprachen mit Horst Bernhard, einem Experten, der sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte des Ortes beschäftigt. Anschließend entstanden die ersten Ideen, die dann in Kleingruppen ausgearbeitet wurden. Das so entwickelte Konzept wurde mit beteiligten Jugendleitern aus dem Saarland in Saarbrücken diskutiert und schließlich am 4. Mai 2013 auf dem Gedenkstättengelände in die Tat umgesetzt.

Im Vorfeld des Workcamps realisierte das Projektseminar eine Facebook-Seite, um für die Veranstaltung "Buddeln und Bilden" zu werben. Dies geschah in Abstimmung mit dem Facebook-Auftritt des Landesjugendrings Saar. Darüber hinaus informierte die Pressestelle der Universität Trier auf der Homepage über die Veranstaltung.

Zum Bildungsangebot während des Workcamps gehörten sechs Scout-Stationen inklusive Informations-Mappen auf dem Gedenkstätten-Gelände (mit jeweils zwei studentischen Scouts), ein Info-Stand mit Hintergrundinformationen, Plakate, Gruppengespräche mit dem Experten Horst Bernhard sowie Filmvorführungen. Die Anwesenden konnten zudem an allen Punkten über QR-Codes Hintergrundwissen auf einer Website per Smartphone abrufen und an einer Scout-Station auch ein von den Studierenden erstelltes Hörspiel zum Rastatter Prozess (Anklage gegen den Lagerkommandanten) sowie vertonte Erinnerungen von Zeitzeugen anhören.

Bilanz

Am 5. Juni 2015 wurde das Workcamp "Buddeln und Bilden 2015" (auf dem Geländes des ehemaligen Gestapo-Lagers Neue Bremm) mit dem Förderpreis Ehrenamt im Bereich "Engagierte Jugend" ausgezeichnet. In der Saarbrücker Staatskanzlei überreichten die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Monika Bachmann, und der Präsident der Landesarbeitsgemeinschaft Pro Ehrenamt, Hans Joachim Müller, den insgesamt sechs Preisträgern diese Auszeichnung.

Neben Vertretern des Landesjugendrings Saar e.V. nahmen Studierende der Universität Trier sowie Vertreterinnen der Saarländischen Jugendfeuerwehren e.V. und der THW-Jugend Saarland an der Ehrung teil.

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